Guten Tag,
Ein (etwas verspätetes) Frohes Neues Jahr von mir an euch. Der Umzug ist schon etwas her, hier ist jetzt alles fast fertig und ich kann mich wieder allem anderen Kram widmen. Der Kram setzt sich derzeit aus Schule, Sport, Musik und Privatzeug zusammen, dass ich aber jetzt mal außen vor lasse.
Ein Essay zum Thema: Schule vs. Kreativität
Diese, etwas plakative Überschrift ist leider der perfekte Ausdruck für das, was wir (oder nur ich?) 5 Tage in der Woche erleben. Meiner Meinung nach, um das vorweg zu nehmen, ist leider der tägliche, kraftraubende Unterricht der größte Feind der Musik (um die eigene Faulheit hier kurz zu übergehen, oder sogar zu erklären). Morgens, nach dem Aufstehen und Frühstücken, ist der Mensch, meiner Überzeugung nach, am aufnahmefähigsten. Zu dieser Zeit haben viele Menschen (wie ich) weder etwas gelesen, noch Fernsehen geschaut oder die E-Mails überprüft, das heißt, unser Gehirn befindet sich in einem Zustand, indem wir nicht durch bunte Bilder oder schrille Töne gestresst oder beeinflusst wurden, aber trotzdem, durch das Aufstehen, Anziehen, Waschen, Zähne putzen, Frühstücken usw. wach und voll im Tag stehen, bereit dazu, diesen aktiv zu gestalten. Die besten Ideen, seien es kreative oder praktisch, und Gedanken zum weiteren Verlauf des Tages kommen mir auf dem allmorgendlichen Spaziergang, der mich aber, wie vermutet, zur Schule lenkt. Voller Tatendrang komme ich dort an. Dieser wird jedoch sofort erstickt, indem ich die Klasse betrete, meinen Platz einnehme, meinen Block hervorhole und beginne dem Unterricht zu folgen. Es kommt vor, dass ich, sobald dies geschehen ist, wieder in meine Müdigkeit verfalle und nurnoch dazu da bin, vorgekautes Wissen in mich aufzunehmen (im besten Fall). Zur ersten Pause ist der Tatendrang erschöpft, ich fühle mich wie am Abend zuvor und bin nurnoch stumpf und müde. Aufgrund der einfachen Notwendigkeit zu lernen, um später einen Abschluss zu erreichen, versuche ich, dem weiteren Unterricht so gut wie möglich zu folgen und, wenn möglich, mich sogar einzubringen. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich mich um 15:30, nach der Schule, fühle. Ich kann es so beschreiben: Mein Kopf fühlt sich gleichzeitig voll und leer an, voll von dampfender Müdigkeit und neuem, sachlichen Wissen und leer, da ohne Antrieb, Kraft und Vorstellungsvermögen. In diesem Zustand komme ich zu Hause an, meistens mit Kopfschmerzen und dann könnte der Tag beginnen, wäre ich nicht so leer. Meistens esse ich dann etwas vor dem Fernseher und döse vor mich hin, obwohl ich weiß, dass das mir den Rest des Tages nimmt. Falls ich mich wieder aufrappeln kann, beginnt die Nachbereitung des Unterrichtes, meistens das Führen des Heftes oder lernen von Vokabeln oder ähnlichem.
Jetzt, da diese Dinge erledigt sind, habe ich, montags, mittwochs und freitags, eine Wahl zu treffen: Sport oder Musik? Sport heißt: Kopf und Körper konzentriert verwenden um Erfolgserlebnisse zu erzielen. Das führt zu einem Ausgleich von Äußerem und Innerem, da ich den brummenden Schädel jetzt in Verbindung mit dem unausgelasteten Körper verwenden kann, ein Garant für nachträgliche Entspannung und gutem Schlaf und zusätzlich noch Zufriedenheit. Musik heißt: 1. Üben für den Unterricht, anstrengend, manchal langweilig, öfter echt befriedigend, wenn man erstmal anfängt. Außerdem anstrengung für Kopf und Körper, jedoch nicht ausgelassen, wie beim Sport sondern fokussiert und diszipliniert. 2. Kreativ sein, was eine extreme Freiheit und trotzdem Belastung bedeutet.
Meistens entscheide ich mich für den Sport, aus dem einfachen Grund des Loslassens von meinem Schreibtisch und vergessen des Alltags. Musikmachen könnte mir auch beides bringen, nur erfordert sie bei mir einen besonderen Zustand, der zwischen wach und Traum, Boden und Schwebe liegt. Nach einem derart stumpfen Tagesablauf, wie oben beschrieben, kann ich mich leider meist nicht plötzlich in diesen Zustand versetzen, denn dies erfordert eine große Bereitschaft und Konzentration, die mein Kopf und mein Körper nicht in diesem engen Zeitraum ( ca. 19-22 Uhr) aufbringen kann, da sie bei mir einer Vorbereitung benötigt, nämlich einer Befreiung vom Alltagsmüll. Meine Vorbereitung zum Sport besteht darin, meine Sachen in den Rucksack zu stopfen und zur Halle zu fahren, dann bin ich bereit. Musik ist viel komplexer anzugehen.
Das Alltagsproblem werde ich in weiteren Texten behandeln, bis dahin, viel Glück,
Paul
PS.:Egal wer das liest, bitte nutze die Kommentarfunktion, um deine Gedanken loszuwerden. Würde ich mich nicht für die Gedanken anderer interessieren, könnte ich diese Texte auch einfach in Office schreiben, doch andere Meinungen sind wirklich wichtig. Außerdem bitte bewerten, Vielen Dank.
Sehr gute Begründung einer Schaffenskrise, kenn ich fast genauso von mir nur ohne die sportliche Alternative. ^^
AntwortenLöschenDavid
Hallo Paul und alle die diesen Text mit Interesse gelesen haben. Ich möchte mich kurz zu diesem mehr oder minder heiklen Thema äußern.
AntwortenLöschenIch halte das Thema für wichtig und finde es gut das jemand endlich mal was dazu sagt. Denn die meisten Reaktionen die man so im näheren Umfeld hört, sind „geht schon" oder „muss ja". Ich persönlich habe an manchen Tagen auch ein Gefühl von Leere bzw. Fülle. Ich aber habe den Vorteil, dass ich viele Möglichkeiten habe um aus dem Alltag auszubrechen. Meistens gelingt mir dies im Tischtennis und im Job. Im Tischtennis funktioniert die im harmonischen Zusammenspiel zwischen Körper und Geist. Im Job äußert sich die "Befreiung" aus dem Alltag so, das ich einfach große Umwege fahre, oftmals durch die Natur. In der Natur fühle ich mich am, ich weiß nicht wie ich das besser ausdrücken könnte, wohlsten bzw. sichersten. Denn die Natur fordert nichts von einem. Wenn ich aber keine Möglichkeit habe zu entfliehen, muss ich die Pflichten des Alltags eines Jugendlichen machen. Die Wahrscheinlich jeder kennt. Dann fühle auch ich mich in den meisten Fällen genervt bzw. ziemlich gereizt. In solchen Situationen stelle ich mir meisten Fragen, wie z.B. „ Welcher Jugendliche möchte jetzt, bei schönstem Wetter, Hausaufgaben machen? Diese Fragen reizen mich meistens noch mehr. Ich versuche es jedes mal aufs neue ruhig zu bleiben, aber leider gelingt mir dies nicht und meine Geschwister und Eltern leiden unter meinen Launen. Was nicht nur mich sondern auch mein Umfeld runter zieht. In denke, wenn man es schafft sich auch für den, mittlerweile nur noch nervenden Alltag, zu öffnen, wird einem auch diese Last von den Schultern fallen. Diese Theorie habe ich selbst getestet. Ein Beispiel: In unserer letzten Deutschepoche (Parzival) habe ich mir vorgenommen, mich aktiv zu öffnen und auf das Thema ein zulassen. Das Ergebnis dieses Selbstexperimentes war erstaunlich. Mir gelang es dem Unterricht zu folgen, und was noch erstaunlicher war, ich konnte mich zu Hause an fast jede, im Unterricht besprochene Einzelheit, erinnern. Dieses Selbstexperiment hat mir klar gemacht, dass vieles im Alltag von einem selber erleichtert oder erschwert werden kann. Also macht es euch nicht schwerer als es wirklich ist. Geht alle Aufgaben, wenn möglich, positiv an und verzweifelt nicht, wenn es mal nicht voran geht. Und das meiner Meinung nach wichtigste ist, nehmt euch Zeit für euch selbst.
Ich hoffe ich konnte euch meine Sicht der Dinge erläutern und euch ein paar Ratschläge geben, die euch im Alltag helfen.
Hey, auch nochmal ein Frohes neues Jahr!
AntwortenLöschenIch bin bei den meisten Sachen absolut deiner Meinung. Man kann sich darüber streiten, zu welcher Tageszeit ein Mensch am meisten aufnahmefähig ist, da das bei jedem Menschen anders ist, aber im Endeffekt ist es egal, wann Schule ist, das Problem ist ,dass Schule ,wie sie im Moment vertreten wird einfach eine Motivations-feindliche Zeitverschwendung ist. Es geht den Schülern einfach nur um den Abschluss ,aber das ,was gelehrt wird ,interessiert die wenigsten und ohne Interesse giebts keine Lerngrundlage und weil die Schule einen dazu noch unter Druck setzt wird Lernen als etwas Negatives wahrgenommen. Keiner möchte in seiner Freizeit mal was lernen ,oder konzentriert ein Thema bearbeiten ,weil die Schule es einfach nicht erlaubt ! Und Noten sind auch ein bodenloser Schwachsinn. Noten sagen in fast allen Fällen nur aus ,wie die Einstellung der Person zum Lernstoff ist und wieviel Zeit diese dafür aufwenden will. Durch Noten sind die meisten Schüler selbstzweifelnd und haben Zukunftsängste und Privates kann man ganz vergessen ,weil man dadurch weniger Zeit zum lernen hat und schlechtere Noten schreibt. Keiner hat Lust paar Stunden Gitarre zu üben ,oder Sport zu treiben ,wenn er weis ,dass er danach noch bis nachts Hausaufgaben machen muss. Damit erreicht die Schule sogut wie Nichts... Sachen ,die einen nicht interessieren ,vergisst man nach 1 Woche wieder. Ich mach das so ,dass ich im Unterricht gut mitmache (weil man im Unterricht sowieso nicht so viel Anderes machen kann) und dafür dann zu Hause wenig mache und in den Klausuren mal locker ne 5 riskiere. Ich hab mein System unsrem Mathelehrer erklärt,weil ich da ne schlechte Note in der Klausur hatte und der wollt mir ne Stressberatung andrehen... Schüler brauchen keine Stressberatung ,sie brauchen schlicht Interesse an dem was sie tun. Und Schule weckt nicht nur überhaupt kein Interesse ,sondern zerstört auch das ,was man in seinem Privatleben hat. Auch kreatives Denken wird zumindest in meiner Schule ziemlich missachtet. Kreativität braucht Freiraum und Konzentration. Naja ,ich hab die Erfahrung gemacht ,dass Lehrer davon ausgehen ,dass man nix zu tun hat im Privatleben und Schüler außerhalb der Schule keine Lust haben irgendwas kreatives o.ä. zu machen. Ich finds aber gut ,dass du das hier ansprichst ,weil ich mich darüber schon seit vielen Monaten aufrege. Ich find man sollte sich da nich sonen Stress mit Schule machen ,dann klappt das mit der Kreativität auch meistens halbwegs. So... genug geschrieben fürs erste! WÜnsch dir dann noch viel Erfolg mit deinem Projekt ;)
Liebe Grüße
Dennis
hey, mit solche romanen solltet ihr in deutsch lauter einsen schreiben. da brauchst du dich doch garnicht mehr fürs abi anzustrengen ;-)
AntwortenLöschenArthur
Nur wenn man sich selber wahr nimmt, kann man die Dinge erkennen und verändern die einen (scheinbar) so zu steuern vermögen.
AntwortenLöschenEin guter Ansatz!
Christoph